Kinderschutzbund Bayreuth e.V.

Der Kinderschutzbund in Deutschland


Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) wurde 1953 in Hamburg gegründet. Er ist der mitgliederstärkste Verband (mit ca. 50.000 Mitgliedern), der Interessen von Kindern und ihren Familien in Deutschland vertritt. Der Bundesverband hat seinen Sitz in Berlin. Die einzelnen Bundesländer sind jeweils durch einen Landesverband vertreten und bundesweit gibt es über 430 Orts- und Kreisverbände.

Jeder Orts- und Kreisverband als solcher ist eigenständig und hat seine ganz eigene Entstehungsgeschichte. Dementsprechend unterschiedlich sind die Schwerpunkte ihrer Arbeit und der Umfang in dem sie die von ihnen übernommenen Aufgaben im Rahmen der Kinderschutzbundarbeit erfüllen.

1993 hat der DKSB die UN-Konvention über die Rechte des Kindes zum Bestandteil seiner Satzung und zur Grundlage aller Aktivitäten gemacht. Auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene setzt er sich dafür ein, dass die in der Konvention niedergelegten Rechte für Kinder Wirklichkeit werden. Zusammen mit dem Kinderhilfswerk, terre des hommes und UNICEF hat er das „Aktionsbündnis Kinderrechte“ gebildet, um durch die gemeinsame Lobbyarbeit die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes voranzubringen.

Kinder haben das Recht auf Schutz

Kindern soll ein gewaltfreies Aufwachsen ermöglicht werden. Der DKSB hat bereits seit den achtziger Jahren eine Gesetzesänderung zur gewaltfreien Erziehung in der Familie betrieben und die Neuformulierung des § 1631 BGB im Jahr 2000 war ein wichtiger Erfolg. Begleitet wurde diese Lobbyarbeit u.a. durch die Kampagne „Kinder brauchen Liebe keine Hiebe“. Der Kinderschutzbund ist Träger von Einrichtungen und Beratungsstellen, die von Gewalt betroffenen Familien lebenspraktische Beratung und therapeutische Hilfen anbieten. Ein neues Angebot, das als Modellprojekt gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium entwickelt wurde, ist der Elternkurs „Starke Eltern – starke Kinder“, der die Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit stärken und die Kommunikation in der Familie verbessern soll und damit auch der Gewaltprävention dient.

Kinder haben das Recht auf Versorgung.

Der Kinderschutzbund bringt das Thema der zunehmenden Kinderarmut in die öffentliche Debatte und dringt auf ausreichende Ausgleichsleistungen für die Erziehung und Versorgung von Kindern. Außerdem leistet der Kinderschutzbund praktische Unterstützung für Kinder aus armen Familien und beugt ihrer sozialen Ausgrenzung vor.

Kinder haben das Recht auf Entwicklung und Bildung.

Der Kinderschutzbund setzt sich für eine reichhaltige Kinderkultur ein und mischt sich in die Mediendebatte ein. Er unterstützt die beiden Aspekte des Rechtes auf Information: Interessante, anregende Angebote für Kinder und Schutz vor Gefährdungen z.B. durch Gewaltdarstellungen. Bei der Novellierung des Jugendschutzgesetzes 2002 wurden Schutzmöglichkeiten vor Gefährdungen durch die neuen Medien verankert, da es bislang keine eindeutige rechtliche Handhabe z. B. gegen jugendgefährdende Seiten im Internet gab.

Der Deutsche Kinderschutzbund betreibt selbst Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen und bietet spannende Freizeitaktivitäten und multikulturelle Anregungen.
Außerdem gibt es diverse Angebote und Hilfen im Schulbereich (von Hausaufgabenhilfe über Mittags- und Hortbetreuung bis hin zu Kursen zur Gewaltprävention).

Kinder haben das Recht auf Beteiligung und Mitbestimmung

Der Kinderschutzbund fordert die Einsetzung von unabhängigen Kinderbeauftragten in Kommunen, Ländern und beim Bund und hat einen Gesetzentwurf für einen Bundeskinderbeauftragten vorgelegt.

Der Kinderschutzbund unterstützt Interessensvertretungen und die Mitbestimmung von Kindern sowohl auf politischer Ebene (Kinderbüros oder Kinderparlamente) als auch auf persönlicher Ebene (z.B. durch einen eigenen Verfahrenspfleger im Scheidungsverfahren der Eltern).

Noch ein Wort zur Arbeitweise des Deutschen Kinderschutzbundes (auch hier steht der Gedanke der Gewaltfreiheit im Hintergrund):

Unsere Arbeit steht unter dem Leitsatz „Hilfe statt Gewalt“. Darunter verstehen wir, dass keines unserer Angebote Kindern oder Familien aufgezwungen wird, sondern von ihnen freiwillig in Anspruch genommen werden soll oder auch abgelehnt werden darf – eine Hilfe, die unter Druck angenommen oder als Sanktion/Strafe empfunden wird, löst Angst, Misstrauen und Ohnmacht aus und kann wiederum Ursache für Gewalt z.B. gegen Kinder sein.

Außerdem sichert der Kinderschutzbund Vertraulichkeit und Anonymität zu, damit die Hemmschwelle, sich Hilfe in schwierigen Situationen zu holen, möglichst niedrig ist.

Der Deutsche Kinderschutzbund bietet durch die Landesverbände für seine ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aus- und Fortbildungen an, um die Qualität seiner Angebote auf einem hohen Niveau zu halten. Fachtagungen, Landes- und Regionaltreffen der lokalen Verbände dienen dem fachlichen Austausch, wie auch der Weiterentwicklung der Verbandsarbeit.

TMT GmbH & Co. KG
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