Kinderschutzbund Bayreuth e.V.

24.10.09
Hier lauert die Gefahr...
Hier lauert die Gefahr:
Computer, Internet, Fernsehen und Handys können großen Schaden anrichten!

Handy, Computerspiel, Internet und Chat ?
Für Kinder und Jugendliche gehören sie heute zum ganz normalen Alltag.

Informationen darüber, welche Gefahren im Mediendschungel lauern und wie man sein Kind dagegen schützen kann, gab es am 22.10.2009 in der Auftaktveranstaltung zur vom Kinderschutzbund organisierten Seminarreihe "Kinder und Medien".

1"Es geht nicht um ein Verbot von Medien, sondern um einen sinnvollen Umgang mit ihnen", machte Medienpädagoge Stefan Ranninger gleich zu Beginn deutlich. Nach Lesen, Rechnen und Schreiben müsse die Medienkompetenz zur vierten Schlüsselqualifikation ausgebaut werden.

Eine Forderung, mit der er beim Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk (CSU) offene Türen einrannte. In Hinblick auf die Hinführung von Kindern und Jugendlichen zu einem verantwortlichen Umgang könne man gar nicht genug tun, betonte Koschyk und bezeichnete das an 30 bayerischen Schulen gestartete Modellprojekt des Medienführerscheins als "richtigen Weg".

Ranninger und die Jugendkontaktbeamten der Polizeidirektion Bayreuth-Stadt, Katrin Schamel und Alexander Kollroß, berichteten schonungslos, welche Gefahren von den Medien ausgehen können.
Ranninger warnte vor einem unsachgemäßen Umgang mit der Flimmerkiste. Dieser könne sich nicht nur negativ auf die Schulleistungen auswirken, sondern durch die zunehmende Brutalität im Fernsehen auch zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führen.
Vorsicht ist auch im Umgang mit Computerspielen geboten: Kollroß stellte besonders den gewaltverherrlichenden Taktik-Ego-Shootern ein schlechtes Zeugnis aus, die ein "Trockentraining für das Töten von Menschen" seien. Nicht umsonst gehörten Computersimulationen von Einsatzsituationen ins Ausbildungsprogramm militärischer Einrichtungen.
Ebenfalls mit Vorsicht zu genießen seien Online-Rollenspiele, die ein hohes Suchtpotenzial mit sich brächten und manche Kinder in der Angst, etwas zu verpassen, Tag und Nacht an den Rechner fesselten. "Beobachten Sie Ihr Kind genau, wenn es solche Spiele spielt", riet das Expertenteam.
Ranninger appellierte vor allem an die Mitarbeit der Eltern, die der wichtigste Partner in der Medienerziehung seien.
Besonders das Surfverhalten ihrer Kinder sollten Eltern immer im Blick haben. Versteckte Aboverträge würden schnell zu Lasten des Geldbeutels gehen, illegale Tauschbörsen zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. Und frei zugängliche, unzensierte Pornoseiten könnten schwere Eingriffe in die Sexualität der Heranwachsenden bewirken.
Angesichts dessen, was moderne Handys zu leisten vermögen, nütze auch die Kindersicherung am heimischen Computer nichts, so die Experten. Entscheidend sei es, über Medien zu reden, Medien gemeinsam mit den Kindern zu erleben und frühzeitig klare Regeln zu setzen und Grenzen abzustecken. Gewalt im Fernsehen sollten Eltern unbedingt negativ kommentieren.
Schamel schrieb vor Ort in einem Live-Chat und zeigte dem entsetzten Publikum, welchen Annäherungen ein 13-jähriges Mädchen ausgesetzt sein kann. 97 Prozent all derer, die sich an Kindern vergreifen wollen, wählen laut Schamel den Weg übers Internet.

Friedrich Reichenbächer, Vorsitzender des Bayreuther Kinderschutzbundes, lud alle Eltern ein, auch an den folgenden Seminaren zum vernünftigen Umgang von Kindern mit Medien in den nächsten Monaten teilzunehmen.

Weitere Informationen über die einzelnen Seminare sowie das Anmeldeformular gibt es im Internet unter www.kinderschutzbund-bayreuth.de.

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