Kinderschutzbund Bayreuth macht sich für Kinderrechte, Teilhabe und gleiche Chancen stark
Bayreuth. Am 20. September wird in Deutschland der Weltkindertag gefeiert. Seit mehr als 70 Jahren erinnert dieser Tag daran, dass Kinder eigene Rechte haben und dass es Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist, ihnen Schutz, Beteiligung und gute Entwicklungschancen zu ermöglichen.
Der Weltkindertag 2026 steht unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“. Er lenkt den Blick darauf, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche zu stärken, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und ihnen unabhängig von ihrer sozialen oder finanziellen Situation gute Chancen auf Bildung, Gemeinschaft und Teilhabe zu eröffnen.
Der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Bayreuth e. V. nimmt den Weltkindertag zum Anlass, besonders auf Kinderarmut und die Gefahr sozialer Ausgrenzung aufmerksam zu machen.
Schon kleine Kosten können Kinder ausschließen
„Das kostet doch nur fünf Euro.“ Ein solcher Satz klingt zunächst harmlos. Für Familien mit wenig Geld können jedoch selbst kleinere Beträge eine Hürde darstellen. Ob Schulmaterial, Vereinsausflug, Freizeitangebot oder Kindergeburtstag – Kosten und unausgesprochene Erwartungen können dazu führen, dass Kinder nicht teilnehmen können.
Armutssensibles Handeln bedeutet deshalb, unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten von Familien von Anfang an mitzudenken – bei der Sprache ebenso wie bei der Planung von Angeboten und im persönlichen Umgang.
Ein fehlender Stift, eine nicht bezahlte Ausflugsgebühr oder die Absage zu einem Kindergeburtstag sind nicht automatisch Zeichen mangelnden Interesses. Entscheidend ist, aufmerksam hinzusehen, nicht vorschnell zu urteilen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Kinderschutz beginnt vor Ort
Der Kinderschutzbund Bayreuth setzt sich mit unterschiedlichen Angeboten und Projekten dafür ein, Kinder und Familien in der Region konkret zu unterstützen.
Mit Projekten wie MUTIG zur Stärkung von Resilienz und psychischer Gesundheit, media pro kids zur Förderung von Medienkompetenz sowie weiteren Unterstützungs- und Präventionsangeboten werden Kinder in ihrer Entwicklung gestärkt. Auch die Familienpaten leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie Familien im Alltag begleiten, entlasten und unterstützen.
Dabei geht es nicht nur darum, in schwierigen Situationen zu helfen. Ebenso wichtig ist es, Kinder frühzeitig stark zu machen, Eltern zu unterstützen und Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder gesund und sicher aufwachsen können.
Zehn Tipps für einen armutssensiblen Alltag
Der Kinderschutzbund gibt Eltern, pädagogischen Fachkräften, Schulen, Kitas und Vereinen einfache Empfehlungen für den Alltag:
- Auf die Sprache achten: Aussagen wie „Das kann sich doch jeder leisten“ vermeiden und stattdessen überlegen, wie alle Kinder teilnehmen können.
- Nachfragen statt urteilen: Fehlendes Material oder eine Absage nicht vorschnell als Desinteresse bewerten.
- Alle Kosten berücksichtigen: Bei Ausflügen und Veranstaltungen auch Fahrt, Verpflegung und notwendige Ausrüstung einplanen.
- Kindergeburtstage ohne finanziellen Druck gestalten: Geschenke nicht zur Voraussetzung machen und zusätzliche Kosten vermeiden.
- Unterschiedliche Lebenswelten respektieren: Nicht voraussetzen, dass jedes Kind verreist, ein eigenes Zimmer hat oder kostspielige Freizeitangebote nutzt.
- Materialien zugänglich machen: Bücher, Stifte, Instrumente oder Sportausrüstung möglichst unkompliziert zum Ausleihen anbieten.
- Hilfen diskret anbieten: Über Zuschüsse und Unterstützungsmöglichkeiten informieren, ohne Familien oder Kinder bloßzustellen.
- Kinder beteiligen: Kinder bei der Planung von Ausflügen, Projekten und Freizeitangeboten nach ihren Wünschen fragen.
- Bei Ausgrenzung eingreifen: Abwertende Bemerkungen über Kleidung, Handys, Pausenbrot oder andere materielle Dinge nicht hinnehmen.
- Armutssensibilität zur Gewohnheit machen: Regelmäßig prüfen, welche finanziellen Hürden eigene Angebote möglicherweise mit sich bringen.
Teilhabe ist ein Kinderrecht
Aufmerksamkeit im Alltag kann viel dazu beitragen, Ausgrenzung zu verhindern. Gleichzeitig braucht es verlässliche Unterstützungsangebote für Familien und gute Rahmenbedingungen für Kinder.
Der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Bayreuth e. V. setzt sich dafür ein, dass Kinder unabhängig von Herkunft und Einkommen ihrer Eltern die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln, Gemeinschaft zu erleben und ihre Fähigkeiten zu entfalten.
Der Weltkindertag ist deshalb nicht nur ein Aktionstag. Er ist auch eine Aufforderung an uns alle, Kinderrechte im Alltag mit Leben zu füllen.
Über den Kinderschutzbund Bayreuth
Der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Bayreuth e. V. engagiert sich über 45 Jahren mit zahlreichen haupt- und ehrenamtlich getragenen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien in Bayreuth und der Region. Rund 80 Ehrenamtliche bringen dabei ihre Zeit, Erfahrung und ihr Engagement ein. Mit Projekten zur Stärkung von Kindern, zur Unterstützung von Familien und zur Prävention schafft der Verband konkrete Hilfe im Alltag und setzt sich zugleich für die Rechte und Interessen von Kindern ein.
Ob Familienpatenschaften, Präventionsangebote, Medienkompetenz oder Projekte zur Stärkung von Resilienz und psychischer Gesundheit: Im Mittelpunkt steht immer das Ziel, Kinder stark zu machen, Familien zu entlasten und dazu beizutragen, dass Kinder in einem sicheren und wertschätzenden Umfeld aufwachsen können.
Pressekontakt
Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Bayreuth e. V.
Ingo Knoll
Mobil 0151/1485 1001
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